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Werbeagentur

Eine Werbeagentur ist ein Dienstleistungsunternehmen, das für Firmen und andere Auftraggeber die Beratung, Konzeption, Planung, Gestaltung und Realisierung von Werbe- und sonstigen Kommunikationsmaßnahmen übernimmt. Eine Werbeagentur kann folgende Leistungen anbieten:

* Analyse und Prognose: Marktforschung, Konsumentenforschung, Mediaforschung
* Entwicklung von Kommunikationsstrategien (Strategische Planung)
* Konzeption, Gestaltung und Produktion von Werbemaßnahmen
* Analyse und Kontrolle der Werbewirkung

Geschichte

Ursprünglich waren (Werbe)-Agenturen Mittler zwischen Zeitungen und deren Anzeigenkunden: Sie gestalteten für Werbekunden Anzeigen, welche in Zeitungen erschienen.

Die Werbekunden zahlten ursprünglich nicht für die Arbeit der Agenturen. Sie zahlten für das Erscheinen ihrer Anzeigen an die Zeitungen. Dafür bekam die Werbeagentur von den Zeitungen Provisionen. Die geschichtlich daher rührende Provisionspraxis, nach welcher die Agenturen „zusätzlich“ zur Bezahlung durch den Kunden, Provisionen von Zeitungen, Druckereien usw. beanspruchen, ist umstritten, aber üblich...

Erste Phase

1855 gab es bereits in Altona (heute Hamburg) die „Annoncenexpedition Ferdinand Haasenstein“, die als unparteiischer Berater des inserierenden Publikums auftrat. Ebenfalls 1855 wurde in Berlin das „Institut der Anschlag-Säulen“ von Ernst Litfaß gegründet.

Zweite Phase

1895 kamen erste Werbeberater hinzu , deren Tätigkeit in erster Linie darin bestand Reklame künstlerisch und wirksam zu gestalten und den Kunden vor unnützen Ausgaben zu bewahren.

Dritte Phase

1920 entstehen „Advertising Service Agencies“. So wird zum Beispiel aus der Werbeabteilung von Lever die Lintas (Lever International Advertising Service). Pioniere im deutschen Markt waren damals Lintas, McCann Erickson, und J. Walter Thompson. Die 1924 von Max Burchartz und Johannes Canis gegründete "werbebau" ist vom Bauhaus beeinflusst und die erste moderne Werbeagentur in Deutschland.

Vierte Phase

1950 beginnt parallel zum sogenannten Wirtschaftswunder die vierte Gründungswelle mit einem stetigen Wachstum bis 2001.

Fünfte Phase

1990 beginnt mit dem Internet und unter Stärkerer Beachtung des Dialog-Marketings der Aus- und Umbau der Werbeagentur zu Kommunikationskonzernen, die alle Disziplinen wie Werbung, Internet, Dialog, PR, Promotion unter einem Dach gleichwertig zu konzertieren versuchen.

Arten von Werbeagenturen

Die klassische Form der Werbeagentur bietet Leistungen rund um die so genannte klassische Werbung auch "ATL - Above the Line" an. Damit sind Werbemaßnahmen in den Massenmedien gemeint:

* Presse (Anzeigen in Zeitungen, Zeitschriften)
* Außenwerbung (Plakate, Blow-Ups etc.)
* Radio
* Fernsehen
* Kino

Mittlerweile haben sich auch zahlreiche Agenturen herausgebildet, die weitere Leistungen für spezielle Bereiche auch "BTL - Below the Line" der Werbung anbieten:

* Internet (E-Mail Promotion)
* Event und Live-Kommunikation
* Public Relations
* Corporate-Design
* Corporate Publishing
* Promotion
* Direktwerbung
* Point-Of-Sale
* Business-to-Business
* Ambush Marketing
* Ambient Media
* Virales Marketing
* Entertainment Marketing
* Alternative Kommunikation

Eine Werbeagentur, die das ganze Maßnahmenspektrum anbietet, nennt sich Full Service Werbeagentur.

Kunden / Akquise

Typische Kunden von Werbeagenturen sind Unternehmen, Gemeinnützige Unternehmen und Behörden.

Für den Agentursuchenden ist die Wahl schwer, da die relevanten Kritierien wie die Chemie der Zusammenarbeit nicht objektiv messbar sind und - der Schuster hat oft die schlechtesten Schuhe - Agenturen meistens nicht gerade mit spitzen Profilen oder Positionierungen glänzen.

Bleibt, sich an einem festgelegten Anforderungsprofil zu orientieren. Generell relevante Kriterien sind: Größe der Agentur und Vorhandensein bestimmter Services oder Abteilungen, definierte Prozesse und transparente Abrechnungen sowie aktuelle Arbeiten und Etatgewinne. Unter Umständen kann auch der Standort eine wichtige Role spielen. Bspw., wenn Auftraggeber und Agentur permanent viele physische Dokumente unter hohem Zeitdruck austauschen müssen oder sehr viele Treffen erforderlich sind. Erfahrungsgemäß wird die "Standortfrage" aber überschätzt.

Meist werden Etats über sogenannte Pitches (=Wettbewerbe) vergeben. Dem Pitch voran gehen dann "Screenings", bei denen die Agenturen im persönlichen Gespräch evaluiert werden. Wesentlich seltener werden Agenturen aufgrund von Probeaufträgen oder spontan engagiert. Dabei ist kritisch anzumerken, dass Pitches künstliche Situationen und zudem aufwändig für beide Seiten sind: Agenturen erarbeiten Strategien und Ideen mit ihren besten Leuten Ideen ausarbeiten und präsentieren diese sehr aufwändig. Mit der späteren tagtäglichen Arbeit, die meist eher von organisatorischen Fragen geprägt ist, hat ein Pitch wenig zu tun. Viele Auftragnehmer engagieren "Pitchconsultants", die bei der Auswahl des richtigen Partners behilflich sind.

Werbeagenturen können einzelne Werbemaßnahmen (bspw. Anzeigen, TV-Spots, Plakate) oder ganze Werbekampagnen erstellen. Der Auftrag wird in Form eines Briefings mit dem Kunden abgesprochen.

Agenturpersonal

Im Laufe der Zeit haben sich gewisse Standard-Strukturen herausgebildet, die in mehr oder weniger variierter Form in den meisten Agenturen zu finden sind.

Allerdings sind, wie im gesamten Dienstleistungssektor, die unten aufgeführten Berufe in Reinform und mit immer den gleichen Aufgaben immer seltener zu finden. Der Trend geht in Werbeagenturen zur Akademisierung, obwohl auch Quereinsteiger Berufsmöglichkeiten haben.

Kontakt/Beratung

Berater, auch Kontakter genannt, stellen das Bindeglied zwischen Kreation und Kunden dar und sind für Ziel-, Budget und Termineinhaltung zuständig. Häufig ein ausgesprochen heikler Job für „Diplomaten“, da Kreative und Kunden – vorsichtig formuliert – „nicht immer“ die gleiche Sprache sprechen und Agenturen per se in der Zwickmühle zwischen Dienstleistung und Berater stecken.

Je nach Hierarchie und Qualifikation sind Kontakter eher ausführend oder auch beratend tätig.
Seniore Berater übernehmen häufig die strategische Konzeption für den Kunden und sind agenturintern auch für die Akquisition von Neukunden zuständig.

Voraussetzung für diesen Beruf ist nicht immer ein Studium. Ein betriebswirtschaftliches Studium mit Schwerpunkt Marketing, Medien oder Kommunikation ist jedoch von Vorteil. Einen speziellen Studiengang oder Ausbildungsberuf gibt es nicht. Einstiegsgehälter liegen je nach theoretischen und praktischen Vorkenntnissen zwischen 20.000 und 36.000 Euro pro Jahr.

Account-Planning

Account-Planning ist eine Disziplin in einer Werbeagentur. Sie setzt sich mit dem sogenannten "Creative Briefing" der Kreativabteilung auseinander und/oder ist für die Kontrolle oder Erstellung der Kommunikationsstrategie zuständig.

Zum einen geht es also um das "Übersetzen" und reduzieren des Kundenbriefings - idealer Weise auf nur noch einen sogenannten Planningsatz. Zum anderen geht es um die Klärung der berühmten Lasswellschen Frage: Wer sagt was zu wem mit welcher Absicht und über welchen Kanal? Wobei die Wahl des Kanals nicht Gegenstand des Account-Plannings ist, sondern Gegenstand der Mediaplanung oder des Channel-Plannings.

Manche Agenturen unterscheiden nach Account-Planning (Fokus Creative Briefing) und Strategic-Planning (Fokus Strategie). Generell werden die Begriffe Account-Planning, Strategic-Planning, Plannning oder auch Strategische Planung synonymverwendet. Abzugrenzen ist der Begriff gegen die strategische Unternehmensplanung. Wesentlicher Unterscheidungspunkt ist, dass Account-Planning lediglich die Kommunikation und Marke, nicht aber das gesamte Unternehmen in all seinen Funktionen betrachtet. Der Einsatz von Account-Planning limitiert sich auf Launches, Relaunches oder turnusmäßige Überprüfungen einer Marke. Daher verfügen i. d. R. nur mittlere und große Agenturen (> 40 Mitarbeiter) über eigene Planner oder gar Planningabteilungen. Account-Planning stellt die jüngste Disziplin innerhalb der Werbung dar und wird als dritte Säule neben Beratung und Kreation bezeichnet. Die Gründung geht auf englische Agenturen in den sechziger Jahren zurück. Ausgangspunkt war dabei der der Wechsel vom Nachfrager- zum Anbietermarkt und der resultierende zunehmende Augenmerk auf den Endkunden. In Deutschland spielt "Planning" seit Mitte/Ende der 80er Jahre eine Rolle. Die Tätigkeit erfordert in aller Regel das Studium der Betriebswirtschaftslehre (Marketing) und/oder Soziologie und/oder Psychologie. Daneben gibt es erfahrene Texter/Konzeptioner oder Berater, die im Laufe ihrer Karriere zum Planning wechseln. Nur wenige deutsche Hochschulen wie bspw. die Berufsakademie Ravensburg haben Account-Planning in nennenswertem Umfang in ihre Lehrpläne integriert. Siehe auch Strategische Planung (Account Planning)

Kreation

Die Kreation bzw. Kreativabteilung konzipiert, gestaltet und produziert die Werbemittel für geplante Kommunikationsmaßnahmen. Die Kreativabteilung wird geleitet von einem Creative Director, der für sämtliche kreative Arbeiten innerhalb der Abteilung die Verantwortung trägt.

Ihm unterstehen die Art Directoren, Grafiker, Reinzeichner und Werbetexter. Art Director und Werbetexter/Texter arbeiten meist in einem Team. Den Art Directoren unterstehen wiederum die Grafiker und Reinzeichner.

Der Art Director ist für die komplette grafische Umsetzung verantwortlich von der Fotografenauswahl bis zur Druckabnahme.

Weitere Berufe

In kleineren Agenturen arbeiten Kontakter und Texter/Grafiker teilweise in Personalunion. In größeren Agenturen kommt es zu extremen Spezialisierungen.

Viele Mitarbeiter arbeiten selbständig („Freelancer“) und werden je nach Bedarf engagiert, z. B. Produktioner, Illustratoren, Photographen, PR-Manager.

Aktuell setzt sich eine massive Spezialisierung im Bereich der Onlinewerbung/Onlinemarketing durch. Das hierfür benötigte Wissen und die Technik wird im Allgemeinen nicht durch das Repertoire einer klassischen Werbeagentur abgedeckt, sondern von Spezialisten im Onlinemarketing gewährleistet.

Organisationsformen

In Deutschland gibt es zur Zeit 12.000 Werbeagenturen. Davon sind nur ca. 3.000 im Handelsregister eingetragen. Jeder Gewerbetreibende kann sich „Werbeagentur“ nennen, denn diese Bezeichnung ist kein geschützter Begriff.

Die Rangliste nach Gross-Income der 50 größten inhabergeführten Werbeagenturen wird jährlich von den Zeitschriften HORIZONT, Werben & Verkaufen (w&v) und des GWA erstellt.

Werbeagenturen treten als Einzelagenturen oder als so genannte Agentur-Netze, also Firmen mit vielen „Filialen“ auf. Sonderfälle sind die so genannten Hausagenturen großer Firmen (bsp.: Unilever – Lintas (nicht mehr existent))

Die klassische Werbeagentur ist die inhabergeführte, bei der der Eigentümer zugleich Geschäftsführer ist. In der Regel gibt es mehrere Inhaber. Daher auch die häufige Namensgebung nach dem Muster „Maier & Müller“.

Ein Hauptproblem der Agenturen ist es, die kreativsten Mitarbeiter dauerhaft zu binden. Bei der gewöhnlich kurzen durchschnittlichen Verweildauer von unter zwei Jahren gelingt dies meist nur dadurch, dass man sie an der Agentur beteiligt. Daher dann die ebenfalls häufig anzutreffende Form „Maier, Müller & Partner“.

Aus einigen Einzelagenturen haben sich regelrechte Werbeimperien entwickelt. Berühmtestes Beispiel dafür ist vielleicht Ogilvy & Mather. Ab einer bestimmten Größe ist wie bei anderen Firmen eine gewisse Tendenz zum Wachstum durch Fusion zu beobachten.

Die größten Werbeholdings der Welt sind derzeit Omnicom Group, Inc., New York und WPP, UK. So lenkt Omnicom z. B. über 1000 Werbeagenturen in mehr als 100 Ländern, die 1997 Werbung für über 22 Mrd. Dollar produzierten. Unter ihnen sind z. B. BBDO, DDB Worldwide und TBWA. Das größte europäischstämmige Netzwerk ist Publicis aus Frankreich.

Quelle: Wikipedia · Der Artikelinhalt steht unter der GNU-Lizens

Köln

Köln (bis 1919 auch Cöln, unter den Römern erst oppidum ubiorum, dann CCAA, Colonia Claudia Ara Agrippinensium, im Mittelalter auf Latein meist Colonia Agrippina und Deutsch Coellen und im Kölner Dialekt Kölle genannt) ist nach Einwohnern und Fläche die viertgrößte Stadt Deutschlands sowie die größte Stadt Nordrhein-Westfalens. Die Stadt ist für ihre 2000-jährige Geschichte, ihr kulturelles und architektonisches Erbe sowie für ihre international bedeutenden Veranstaltungen bekannt.

Neben ihrer Eigenschaft als Sitz weltlicher und kirchlicher Macht trug zur Bedeutung Kölns auch die Lage am Rhein sowie am Schnittpunkt bedeutender West-Ost-Handelsstraßen bei. Die Stadt wurde so zu einem wichtigen Handelsstandort und ist heute der Verkehrsknotenpunkt mit dem höchsten Eisenbahnverkehrsaufkommen und mit Eifeltor dem größten Container- und Umschlagbahnhof Deutschlands. Die Rheinhäfen zählen zu den wichtigsten Binnenhäfen Europas.

Köln besitzt als Wirtschafts- und Kulturmetropole internationale Bedeutung und gilt als eines der führenden Zentren für den weltweiten Kunsthandel. Die Karnevalshochburg ist außerdem Sitz vieler Verbände und Medienmetropole mit zahlreichen Fernsehsendern, Plattenfirmen und Verlagshäusern.

Die Stadt hat mit mehr als 43.000 Studenten eine der größten Universitäten und mit 16.500 Studenten die größte Fachhochschule Deutschlands und ist Sitz zahlreicher weiterer Hochschulen.

Quelle: Wikipedia · Der Artikelinhalt steht unter der GNU-Lizens

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